Acrylatgele

Technisches Merkblatt

Anwendungsbereiche

Abdichtendes hydrophiles, vernetztes zweikomponentiges Methacrylatgel

  • zur Rissinjektion in Kombination mit CarboCryl Plus, z. B. Betonbauwerke
  • zur Mauerwerksinjektion, z. B. als Horizontalsperre
  • zur Schleierinjektion
  • zum Verfestigen von feinkörnigen Böden
  • zum Verpressen von Injektionsschläuchen in Verbindung mit CarboCryl Plus

Vorteile

  • hervorragendes Eindringvermögen wegen wasserähnlicher Viskosität
  • regelbare Reaktivität
  • hohe Eigenfestigkeit
  • chemische Beständigkeit gegenüber vielen organischen und anorganischen Flüssigkeiten

CarboCryl Hv enthält kein Acrylamid.

Anwendbar bei Temperaturen zwischen 5 °C und 40 °C (Bauteiltemperatur)

Technische Daten

Die angegebenen Daten sind Laborwerte. Sie können sich bei der Anwendung durch den Wärmeaustausch zwischen Methacrylatgel und Bauwerk, anstehende Feuchtigkeit, und andere Faktoren verändern.

Stoffdaten

CarboCryl Hv Komponente A1 CarboCryl Hv Komponente A2CarboCryl Hv Komponente B2Norm
Dichte bei 25 °C kg/m31055 ± 10935 ± 10ca. 1100DIN 12791
Farbe-farblostransparentweiß
Schmelzpunkt°C- 15--
Flammpunkt°C-> 170-
pH-Wert-6 ± 110,2 ± 0,5-DIN 19268
Viskosität bei 25 °CmPa*s5 ± 0,31,5 ± 0,5FeststoffISO 3219

Reaktionsdaten

Mischungsverhältnis A / B1 / 1 Vol.-T.
Mischungsverhältnis A1 + A2// Wasser + B220 + 1 // 20 + Gew.-T. B2
Mischviskosität< 5 mPa*s

Verarbeitung

Herstellung der Lösungen

Der empfohlene Standardansatz wird wie folgt zubereitet:

Vor dem Verpressen werden der Komponente A1 (Harz) 5 Gew.-% der Komponente A2 (Beschleuniger) zugemischt. Ein zweites Gefäß wird mit dem gleichen Volumen Wasser (Komponente B1) gefüllt und Komponente B2 (Härter) zugegeben. D. h. bei einer Menge von 20 kg Komponente A1 benötigt man 1 kg Komponente A2 sowie 40 bis 300 g Komponente B2 in 20 l Wasser. In Sonderfällen, z. B. bei niedriger Umgebungstemperatur kann die B2-Menge bis auf maximal 1000 g gesteigert werden; eine höhere Konzentration ist nicht zulässig (Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften). Bei Riss- und/oder Mauerwerksinjektionen sollte die Salzmenge auf 150 g pro Ansatz (bez. auf 20 kg A1-Komponente) beschränkt werden. Zum Rühren und Homogenisieren sollen keine Eisenteile, sondern Kunststoff- oder Holzpaddel verwendet werden.

Die mit der A2-Komponente aktivierte A1-Komponente ist ca. 12 Stunden (temperaturabhängig) verarbeitbar. Nach dieser Zeit ist eine Verwendung der aktivierten A-Komponente nicht mehr zu empfehlen, da die Eigenschaften des ausreagierten Gels bei Standzeiten über 24 Stunden schlechter werden. Die Topfzeiten verringern sich bei längeren Standzeiten der aktivierten
A-Komponente. Eine Nachaktivierung mit A2-Komponente ist nicht ratsam, da es dann zu einer Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften des Produktes kommt. Der Gelkörper wird brüchig. Die gebrauchsfertige B-Komponente ist ca.
5 Stunden stabil (temperaturabhängig).

Lieferform

Alle Verpackungen entsprechen den gesetzlichen Vorschriften der Gefahrgutverordnung Strasse (GGVS).

CarboCryl Hv, Komponente A1
(Methacrylat)
CarboCryl Hv, Komponente A2
(Aktivator)
CarboCryl Hv, Komponente B2
(Härter)
20 kg PE-Kanister1 kg PE-Flasche300 g PE-Flasche

Weitere Lieferformen auf Anfrage.

Lagerung, Haltbarkeit

Mindestens sechs Monate nach Lieferung bzw. zwölf Monate nach Produktion im Originalgebinde bei trockener Lagerung zwischen 10 °C und 30 °C. Vor Einwirkung von Sonnenlicht und längerem Kontakt mit Eisen schützen. Bei Verwendung länger gelagerten Produkten, wird grundsätzlich empfohlen, dass Minova CarboTech vor der Anwendung dieses Produktes prüft, ob die Produktspezifikation noch gegeben ist.

Die gesetzlichen Lagerbestimmungen sind zu beachten (s. Sicherheitsdatenblatt).

Vorliegende Zeugnisse und Gutachten

  • Untersuchungen zur Sterilität (Medizinisches Zentrallaboratorium Dr. Kramer, 1998)
  • Untersuchung der Korrosionsbeständigkeit von Bewehrungsstahl bei Einlagerung im Acrylatgel CarboCryl Hv (MFPA Leipzig, 1999)
  • Verträglichkeitsuntersuchung von Fugenbändern gegenüber dem Acrylatgel Hv (MFPA Leipzig, 1999)
  • Gutachten nach KTW-Empfehlungen (Medizinisches Zentrallaboratorium Dr. Kramer, 1999)
  • Untersuchung der Wärmeleitfähigkeit und der Wasserdampfdurchlässigkeit von Ziegelmauerwerk, das mit Acrylatgel Hv getränkt wurde (MFPA Leipzig, 2000)
  • Untersuchung von Abreißfestigkeit und Haftung (MFPA Leipzig, 2001)
  • Prüfung der chemischen Beständigkeit (MFPA Leipzig, 2001)
  • Anwendungstechnische Prüfung für die Rissinjektion (MFPA Leipzig, 2001)
  • Beständigkeitsuntersuchung an dem Acrylatgel CarboCryl Hv (MFPA Leipzig, 2002)
  • Grundwasserhygienische Untersuchungen am Injektionsgel CarboCryl Hv (MFPA Leipzig, 2003)
  • P5.1/09-144 Untersuchungen zur Beurteilung der Auswirkung von CarboCryl HV auf das Grundwasser unter Verwendung des Säulenversuches mit umgekehrter Fließrichtung (MFPA Leipzig, 2007)
  • P5.1/09-145 Untersuchungen zur Beurteilung der Auswirkung von CarboCryl HV auf das Grundwasser unter Verwendung des Säulenversuches mit umgekehrter Fließrichtung - Ergänzende Untersuchungen - (MFPA Leipzig, 2007)
  • Einsatz des Acrylatgels CarboCryl Hv mit CarboCryl Plus als Injektionsmittel zur Abdichtung von Stahlbetonbauteilen (Ingenieurbüro Raubach, 2009)
  • Verhalten des Acrylatgels CarboCryl Hv nach 10-jähriger Wasserwechsellagerung und Auslagerung im Erdreich (MFPA Leipzig, 2009)
  • Eignungsprüfung nach Richtlinie DS 804.61.02 der DB AG (MFPA Leipzig, 2009)
  • Leistungserklärung (2017)
  • CE-Kennzeichnung gemäß DIN EN 1504-5, Klassifizierung: U(S2) W(1) (1/2/3) (5/40)
  • Prüfung der Wasserdichtheit von CarboCryl Hv / CarboCryl Plus nach DIN EN 14068 bei einem Wasserdruck von 7 bar (MFPA Leipzig, 2011)
  • Nachweis der Wasserdichtheit injizierter Risse unter zyklischer Aufweitung (MFPA Leipzig, 2011)
  • Untersuchung der Beständigkeit von Injektionsstoffen gegenüber betonangreifenden Flüssigkeiten (MFPA Leipzig, 2011)
  • Prüfung des Acrylatgels CarboCryl Hv / CarboCryl Plus zur Erlangung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung als Injektionsstoff zur Injektion von Rissen in Stahlbetonbauteilen (MFPA Leipzig, 2013)
  • Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-101.29-5 (DIBt, 2014)
  • Untersuchung des Kontaktverhaltens von Injektionsharzen auf Acrylatbasis und Anhydritgestein (MFPA Leipzig, 2014)
  • Untersuchung des Elutionsverhaltens des Injektionsstoffes CarboCryl Hv (MFPA Leipzig, 2014)
  • Verhalten des Acrylatgels CarboCryl Hv nach etwa 16-jähriger Wasserwechsellagerung und Auslagerung im Erdreich (MFPA Leipzig, 2015)
A member of the Orica Group